Dosisgrenzwerte

Für beruflich strahlenexponierte Personen gelten die folgenden Grenzwerte:

Effektive Dosis : 20 mSv pro Jahr (externe Bestrahlung und Inkorporation)
                              6 mSv pro Jahr für Personen im Alter von 16-18 Jahren

Personen unter 16 Jahren dürfen nicht beruflich strahlenexponiert sein.

Äquivalentdosis für:

  •  Haut, Hände und Füsse: 500 mSv pro Jahr
  •  Augenlinse: 20 mSv pro Jahr (20 mSv pro Kalenderjahr oder 100 mSv für die Summendosis fünf aufeinanderfolgender Kalenderjahre, wobei in einem einzelnen Kalenderjahr 50 mSv nicht überschritten werden dürfen)
  • Schwangere Frauen dürfen nur als beruflich strahlenexponierte Personen eingesetzt werden, wenn gewährleistet ist, dass ab Kenntnis einer Schwangerschaft bis zu ihrem Ende die effektive Dosis von  1 mSv für das ungeborene Kind nicht überschritten wird.
  • Stillende Frauen dürfen keine Arbeiten mit radioaktiven Stoffen ausführen, bei denen die Gefahr einer Inkorporation oder radioaktiven Kontamination besteht

 

Dosisgrössen

Die Dosis ist ein Mass für die Strahlungswirkung.

Einheiten

  • Energiedosis
    Gray (Gy)

    1 Gray = 1 Joule / Kg
    "von 1 Kg Materie absorbierte Energie"

  • Äquivalentdosis
    Sievert (Sv)

    1 Sv = 1 Joule / Kg
    "Dosis unter Berücksichtigung ihrer biologischen Wirkung"

 

Absorbierte Dosis / Energiedois: Die absorbierte Dosis gibt die Strahlungsenergie an, die durch Absorption an eine bestimmte Materiemenge übertragen wird. Die Einheit der Dosis ist Joule pro Kilogramm (J/kg).

Äquivalentdosis (H): Ist die absorbierte Dosis multipliziert mit einem Strahlungs-Wichtungsfaktor, welcher die Strahlenart (z.B. Gamma, Neutronen) und deren unterschiedliche biologische Wirkung berücksichtigt. Die Einheit ist das Sievert (Sv).

Effektive Dosis (E): Ist die Summe der Äquivalentdosen H aller Organe multipliziert mit einem Gewebe-Wichtungsfaktor, welcher die unterschiedliche Strahlensensibilität der verschiedenen Organe und Gewebe berücksichtigt. Sie wird auch als gewichtete Ganzkörperdosis E bezeichnet und lässt sich sowohl für eine externe wie interne Bestrahlung (bei Inkorporation) berechnen. Die Einheit ist das Sievert (Sv).

In der Praxis entspricht E der Personen-Tiefendosis Hp (10). Hat zusätzlich eine Inkorporation stattgefunden, muss zu Hp(10) die effektive Folgedosis E50 addiert werden. Hat nur eine Inkorporation stattgefunden, so entspricht E der effektiven Folgedosis E50. Diese Angaben gelten jedoch nur so lange, als die Grenzwerte von Hp(10) und E50 nicht überschritten wurden.

Effektive Folgedosis (E50):  Ist die effektive Dosis E, die als Folge einer Aufnahme eines Nuklids in den Körper (Inkorporation) im Verlauf von 50 Jahren akkumuliert wird. Dabei werden die biologische und die physikalische Halbwertszeit des aufgenommenen Nuklids berücksichtigt. Eine effektive Folgedosis (E50) wird im Jahr der Inkorporation in das persönliche Dosisdokument eingetragen. Die Einheit ist das Sievert (Sv).

Personen-Tiefendosis Hp(10): Ist die Äquivalentdosis H in weichem Gewebe in einer Tiefe von 10 mm im Bereich des Thorax. Sie wird auch nur mit Hp bezeichnet und dient der Messung der durch externe Exposition im ganzen Körper aufgenommenen Strahlung (Ganzkörperexposition). Die Einheit ist das Sievert (Sv).

Personen-Oberflächendosis Hp(0,07): Ist die Äquivalentdosis H in weichem Gewebe in einer Tiefe von 0,07 mm im Bereich des Thorax. Sie wird auch mit Hs bezeichnet und dient der Messung der durch externe Exposition in der Haut aufgenommenen Strahlung. Die Einheit ist das Sievert (Sv).

Personen-Oberflächendosis für Extremitäten Hp(0,07): Ist die mit einem Extremitätendosimeter gemessene Äquivalentdosis in einer Tiefe von 0,07 mm im Bereich der Extremitäten. Sie wird auch mit Hextr bezeichnet. Die Einheit ist das Sievert (Sv).

 

Die Angabe der Messresultate der Dosimetriestelle erfolgt bei externer Exposition mit den Werten Hp(10) und Hp(0,07), und/oder bei Inkorporation mit E50. Aus diesen Werten lässt sich die effektive Dosis E berechnen (siehe unter effektive Dosis E).